Heute wird der erste Lehmherd in Kinyambulunge aufgebaut. Warum wir Lehmherde bauen, könnt ihr am Schluss des Berichts lesen.

In der Nacht gab es heftige Regenfälle, keinen Strom, Reinold hatte so seine Zweifel, ob man es nach den gestrigen Erfahrungen überhaupt schafft, nach Kinyambulunge zu kommen. Das letzte Stück wurde dann zu Fuß zurückgelegt.
Mit einem guten Plan und einem (Lego-)Modell beginnt’s. Leider ist der Koffer mit diesen Unterlagen und den Gummistiefeln noch nicht angekommen.
Reinold: „So habe ich dann halt auf einem Blatt Papier versucht, das Wesen dieses Herdes zu erklären.

Nach Klärung der Arbeitshöhe begannen wir mit dem Bau. Einer aus dem Team machte sich auf die Suche nach Lehm (als Mörtel). Die Wartezeit verbrachte ich mit Fotografieren. Plötzlich war ich mehr oder weniger alleine, alle Arbeiter waren weg. Eine Dame erklärte mir, dass sie auch Lehm holen gegangen seien, mit dem Auto.
Nach einer halben Stunde hörte ich dann Autogeräusche, denen ich nachging. Das Auto steckte ca. 500m vor der Farm fest. Nach einigem Probieren schafften sie es zur Farm. Nervenkitzel.

Zum Mittagessen gab’s Ugali mit Fischsauce. Ugali ist die in der ostafrikanischen Sprache Swahili verwendete Bezeichnung für einen Getreidebrei aus Maismehl.

Jetzt begannen wir mit dem eigentlichen Ofenbau. Ich merkte bald, dass der mit viel Mühe geholte Lehm kein ideales Mörtelmaterial war. Das war Töpferlehm, kein Maurerlehm. Wir beschlossen nach längerer Diskussion, den Lehm mit der hier vorhandenen lehmigen Erde zu vermischen. Das klappte schließlich wunderbar, und so ging jetzt die Arbeit flott voran.

Eine große Hilfe war dabei, dass ich Bilder von unserem Prototypen ja auf meinem Handy gespeichert hatte, so konnte ich die einzelnen Arbeitsschritte gut erklären.

Um 16.00 gab es wieder die ersten Regentropfen. Für uns ein Zeichen, möglichst rasch die Heimreise anzutreten. Der Kamin fehlt noch. Die vorbereiteten Kaminsteine sind noch nicht durchgetrocknet. Auch ein paar Verschönerungen verträgt der Herd noch, das mache ich wenn ich wieder einmal dort bin.“

Ein Großteil der Haushalte bereitet ihre Nahrung auf traditionellen Dreisteinfeuerstellen (ein Kochtopf auf drei Steinen, offenes Feuer im Haus) zu. Es wird unnötig viel Holz benötigt, die Rauchgase im Haus sind schädlich für Atemwege und Augen. Darüberhinaus erleiden immer wieder Kinder schwere Verbrennungen an den offenen Feuern.

Darum beginnen wir mit dem Bau von Lehmsparöfen, wie sie auch schon in anderen Regionen verwendet werden. Mit dem Vorteil, dass auch Langholz, so wie die Menschen es gewohnt sind, verheizt werden kann, die schädlichen Abgase gelangen aber – im Gegensatz zur offenen Feuerstelle – über einen Kamin direkt ins Freie. Der Verbrauch an Brennmaterial kann halbiert werden, was vor allem Frauen entlastet und sofort wirksamer Klimaschutz ist. Brennholzbearbeitung, wie wir es gewohnt sind, gibt es im Projektgebiet nicht, das entsprechende Werkzeug ist nicht vorhanden und es hat keine Tradition.