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11. März 2026 – Schlepper-Recherchen in Dar es Salaam

Händlerbesuche, um technische Fragen zum Schlepper zu klären, um Absatz und Preise der Fahrzeuge zu erfragen und um Informationen über den geplanten E-Schlepper zu verteilen.

Es ist Regenzeit. Immer wieder schüttet es wie aus Kübeln.

In der Landwirtschaft werden Einachsschlepper (Powertiller) verwendet, die von aufgesetzten Dieselmotoren angetrieben werden. Die Kraftübertragung erfolgt über Riemen.

Das Grundfahrzeug verfügt meist über eine mechanische Gangschaltung mit 2-3 Vorwärts- und einem Rückwärtsgang. Die Motoren leisten max. 15 PS, brauchen ca. 1-1,5 l Diesel pro Stunde.

Derzeit sind in Tansania ca. 30-40.000 derartiger Schlepper im Einsatz. Oft mit Anhänger oder mit Zusatzgeräten, die auch über eine Zapfwelle angetrieben werden.

Der Betrieb dieser Schlepper ist für die Menschen in Tansania sehr teuer, die Klimabelastung hoch.

RDO will rasch auf klimafreundlichere E-Antriebe umstellen, darüber hinaus aber auch zu einem Vorreiter bei nachhaltigen Energien und klimaschonenden Technologien werden. Von der (Aus)Bildung der jungen Menschen in den 4 Schulungszentren bis hin zu konkreten Anwendungen. Schon 2024 haben wir darüber berichtet.

Seit Dezember 2025 ist im landwirtschaftlichen Schulungsbetrieb Kinyambulunge ein elektrisch betriebener Einachsschlepper in Betrieb. Drei Studenten der FH Vorarlberg haben den E-Antrieb entwickelt, vor Ort zusammengebaut und den Schlepper in Betrieb genommen. Dieser wird für Pflügarbeiten und zum Transport von Gütern im unwegsamen Gelände eingesetzt. Mehr…

Aus dem Umstand, dass

  • in Afrika 600-750 Millionen Menschen zumindest teilweise von der Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgung mit Lebensmitteln) leben
  • die Bevölkerung (dzt. 1,6 Mrd.) noch Jahrzehnte weiter wachsen wird
  • der Mechanisierungsgrad in der Landwirtschaft und die Fahrzeuge auf den Straßen rasant zunehmen

ist es zwingend notwendig, diese Entwicklungen so klimaschonend wie möglich und wirtschaftlich vorteilhaft durchzuführen.

RDO sieht die Notwendigkeit und auch die Chance, maßgeblich an einer nachhaltigen Entwicklung mitzuarbeiten.

Also ist der Plan gewachsen, Technologie und Know-how in der ganzen Region zu verbreiten. Das heißt, mehrere Fahrzeuge für den Eigenbedarf zu bauen und darüber hinaus Fahrzeuge an Landwirte, Kommunen, etc. zu verleihen oder verkaufen.

Wir haben bisher keinen Hersteller gefunden, der elektrisch betriebene Schlepper für den Afrikanischen Markt anbietet.

Ein Team junger Mechatroniker aus Vorarlberg will eine mobile Produktionsanlage entwickeln, um E-Schlepper vor Ort in Tansania in Serie zu produzieren.. Wir werden noch ausführlich darüber berichten. Wer jetzt schon neugierig ist, hier lang.

Das Potenzial ist riesengroß.

Reinold ist deshalb heute in Dar es Salaam unterwegs, um Händler zu treffen (wir hatten schon 2024 einige davon besucht), um technische Fragen/Anforderungen zu klären, um den Markt (Absatzmengen, Verkaufspreise, etc.) zu erfragen. Und schlussendlich, um Interesse der Händler zu wecken und deren Bereitschaft, E-Schlepper zu vertreiben, zu prüfen. Mit Werbebroschüren, Formularen zur systematischen Befragung und immer in Begleitung unseres treuen Begleiters Thadeo.

Die Kommunikation mit Händlern läuft anders als in Europa. Dokumentationen und Websites sind kaum interessant, E-Mails werden in der Regel nicht beantwortet. Stattdessen sind LinkedIn und WhatsApp und vor allem das persönliche Gespräch sehr verbreitet in der Geschäftswelt.

Die Reaktionen fielen sehr unterschiedlich aus, von geringem bis zu sehr großem Interesse. Manche Händler haben zum ersten Mal erfahren, dass ein E-Antrieb möglich scheint, andere sehen schon jetzt ihre Chancen. Alle fragen nach Preisen und Verfügbarkeit, das können wir noch nicht bieten. Alleine in dieser Straße werden mehr als 1000 Schlepper jährlich verkauft. Wir haben jetzt die Kontakte und werden sie auch pflegen.